Belastungstest

Tschutten in Brütten im Frühsommer (Symbolbild)

Tschutten in Brütten im Frühsommer (Symbolbild)

Am vergangenen Dienstag traf der unerreichte Salzhaus F.C. in Brütten auf den örtlichen Turnverein. Das Höhentraining bei Minusgraden rund um 5°C diente einzig der Abhärtung und sollte nie auch nur im Ansatz irgendwelche sportliche Ansprüche erfüllen.  Auf dem im 1:10 Langstrecken Format angelegten, aber mit viel Liebe zubereiteten Platz des Schulhauses Chapf, wollte man zudem an der Treffsicherheit feilen. Die Tore waren klein, die Vorfreude aber umso grösser.

Die Gastgeber stiessen direkt aus dem allabendlichen Langzeitkonditionstraining zur Gesellschaft. Die Salzhäusligen begnügten sich indes damit sich mehr oder weniger selbständig umzuziehen, ist doch auch was…

Die wirklich etwas beengten Platzverhältnisse wirkten sich unmittelbar auf das Spiel des SFC aus. Natürlich, das ist eine Ausrede für ein mässiges Spiel, doch tatsächlich war die Herausforderung eine richtig Grosse. Der TV Brütten zeichnete sich durch pfeilschnelle Gegenstösse und endlose Kraftreserven aus. Auf der anderen Seite bekundeten die Nashörner heftige Probleme ihr präzises Kurzpassspiel aufzuziehen. Jede Telefonzelle wäre weiträumiger und dadurch geeigneter gewesen (naja, nicht jetzt diese Neuen, die sowieso nur noch Telefon ohne eigentliche Zelle sind, ihr wisst schon…). Das Spiel war an Geplänkel kaum zu überbieten, höchstens die Torhüter konnten sich regelmässig so richtig auszeichnen. Mitten im örtlichen Schneegestöber und bei Gegenwinden von 2 Mio Knoten (ist das viel?) schlich man sich also mit einem Pausenstand von 0:0 in die Pause. Tee war nicht, warm schon gar nicht.

Nach dem Wiederanpfiff beschloss die Firma von Selve ihre Kernkompetenz wachzurütteln und brachte sich gleich dreifach in gefährliche Abschlussposition. Leider waren die Highlights aber nur ein Pfostenschuss und ein Schlenzer in den Brüttemer Nachthimmel. Noch einmal möchten wir uns an dieser Stelle bei der Firma Swiss International Airlines für die Störung der Anflugschneise entschuldigen. Es war dies die beste Phase des unerreichbaren Salzhaus F.C., das Zusammenspiel auf engstem Raum klappte und man generierte Chancen.

Leider aber zerstörte ein mutwilliges und mit viel Energie vorgetragenes Eigentor diese Idylle: Yves wusste nichts Besseres, als seine Wurzeln zu vergessen und zu den Wurzeln zurückzukehren. Durch seine Kindheit auf der Anhöhe über dem künftigen Tunnel nach Zürich, fühlte er sich dem Gastgeber verpflichtet und lief für die Brüttemer auf. Trotz des ungewollten Gegentreffers gestehen wir dem Tor und seinem Schützen eine gewisse Schönheit zu. Künftig kosten Tore gegen das eigene Team eine Busse und zwei Kisten Pony Bier. Hugh, die ausserordentlich spontane GV hat gesprochen.

Danach passierte nicht mehr viel, ausser dass Handgelenke und Nasenflügel reihenweise den Geist aufgaben. Es war wirklich so kalt, dass selbst die Mayas am Spielfeldrand ihre Iglus abbrachen und gen Süden zogen. Als der Bruder eines der gegnerischen Mitspielers, (an dieser Stelle bitte räuspern) der als Schiedsrichter fungierte, in die abschliessende Pfeife blies, war  die Dankbarkeit fürs nackte Überleben grenzenlos. Wir sollten dringend gestickte Aufnäher auf thermisch gestärkte Unterwäsche heften!

Herzlichen Dank nochmal an den TV Brütten fürs Aufwerten unseres Trainings und an den in Tat und Wahrheit natürlich tadellosen Schiedsrichter. Gerne wieder!

2 thoughts on “Belastungstest

  1. mit den bierkisten kann ich leben.
    solange mich der coach wieder aufstellt…

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