Draussen ists auch schön

Spielszene Salzhaus F.C. - FF WinterthurEs machte den Anschein als hätten sie in Wallrüti übers Wochenende die Schafe noch kurz rausgelassen. War am Freitag zum Schlager zwischen Olympique und Seuzach das Gras noch saftig knietief, offenbarte sich den wackeren Jünglingen am Montagabend ein zwar tiefes, aber wohlgepflegtes Stück bester Gärtnerskunst. Wie bei den Grossen ergoss sich eine halbe Stunde vor Anpfiff auch mal eben noch der Jordan (Fluss nicht Michael) über die ganze Anlage, ideale Bedingungen also für ein Cupspiel.

Der Salzhaus F.C. trat erstmals als Oberklassiges Team an. Nach dem zweimaligen Erfolg über FF in der vergangenen Saison durfte man zuversichtlich sein diese erste Runde zu meistern. Die Gäste machten aber sofort durch Balltreten klar, dass sie es nicht läss finden als Freiwild betrachtet zu werden. Umgehend bedrängten Sie Tor und Gegner. Dank der Übersicht und Routine des innenverteidigenden Kollektivs konnte diese erste Welle aber relativ problemlos gebrochen werden. Es gelang dem Mittelfeld einen gepflegteren Aufbau einzuleiten und die Bälle, durch geschicktes dagegentreten mit den Füssen, zu lenken. Erstmals konnten sich die Göttlichen zählbare Spielanteile sichern und auch die Offensive ins Spiel mit einbeziehen. Trotzdem war für den Führungstreffer ein Konter von Nöten: Ein abgefangener Angriff, ein steiles (höhöhö, Steil) Zuspiel in die Spitze und ein spitze Fönsel sorgten für Freudentaumel auf einer Ersatzbank die dichter bevölkert war als Jacksons (Michael nicht die Stadt) Kinderhort an einem sonnigen Tag. Die ausgelebte Freude zeigte wie gross der Druck auf dem Spielermaterial gelastet hatte. Einzelne Exponenten bedankten sich medienwirksam bei ihren Agenten, Eltern und Gespielinnen.

Dann folgte der Verhängnisvolle Wechsel. FF Winterthur brachte sowas wie den Eierlikör schlürfenden Wollpullunder ins Spiel und beraubte den SFC damit praktisch der Luft zum Atmen. Die Nummer 10 erschwerte Lätschs Buben merklich den Aufbau und stärkte im Gegenzug das eigene Mittelfeld dramatisch. Klingt vielleicht ungewohnt theatralisch, liebe Leser zuhause an den Radios, doch ich schwöre, genau so verhielt es sich. Trotzdem, die Verteidigung sass und es gelangten auch weiterhin Konterbälle aufs gegnerische Tor, kleine aber feine. Umso tragischer daher, als der SFC plötzlich selberausgekontert wurde. Ein weiter Ball erschreckte Ersatztorhüter Laby so sehr, dass er voll mit der Tiefeneinschätzung zusammenprallte. Durch ein so entstandenes Loch im Raum-Zeit-Kontinuum sprang plötzlich dieses Einhorn mit der Nummer 10 und Feen-Staubte den Ball zum Ausgleich ins Salzgehäuse. 1:1, ein Tor aus dem FF so zu sagen. Direkt im Anschluss pfiff der solide Schiri Sahnoun zur Pause. Ein etwas flinkerer Uhrenhersteller und der SFC hätte die Führung mitgenommen.

Teil Zwei ist schnell erzählt: FF Winterthur drückte, der Salzhaus F.C. liess es mit sich machen und beschränkte sich auf fiese Gegenstösse. Das Spiel gehörte mehrheitlich den Gästen, die aber Mal um Mal an der geschlossen verteidigenden SFC-Mannschaft scheiterte. Vom Goalie bis zum Flügel, alle stoppten Sie die Bälle als es darauf ankam. Allein gegen vorne ging nicht viel. Die Härte nahm etwas zu, in der Folge musste sich René 10 min aufs Bänkli setzen wegen Reklamierens, immerhin konnte er sich so die wundgetrampelten Füsse etwas kühlen. Die Unterzahl (tami, ist das wirklich neu so?) währte allerdings nicht lange, bereits bei der nächsten Aktion riss FF Innenverteidiger Fitze Marko mit der Agilität einer Panzerhaubitze, als vermeintlich hinterster Mann, von den Füssen. Es gab aber auch hier nur Gelb und eine kleine Disziplinarstrafe. Keines der Teams konnte Nutzen aus der Situation schlagen, keines der Teams traf mehr, es ging ins Penaltyschiessen.

Die Details dieser Schur erspart sich der Chronist. Man vergab auch hier eine Führung und der Vorstand auferlegt sich ab sofort ein absolutes Penalty-Verbot. Sonst wars ein schöner Tag. Wir gratulieren FF zum Erreichen der nächsten Runde und stossen das nächste Mal dann auf unseren Sieg an.