in Demut we tröst

Ausgekontert von Steinacker

Ausgekontert von Steinacker

„Wir nehmen einfach Spiel für Spiel.“ Gelassen winkte Medienprofi Simon Berginz ab als erste Fragen nach dem weiteren Saisonverlauf aufkamen. Natürlich hätte es gute Argumente für die Begründung der ersten Saisonniederlage der laufenden Meisterschaft gegeben. Da wäre als erstes das unheimlich kurz geschnittene Gras, sowas ist sich die Rumpel-Fraktion im Team des Salzhaus F.C. einfach nicht gewohnt. Der Herstellungsprozess bedingte Trikottausch mit Flaachs Deportivo hatte mit Sicherheit Folgen, so grün, so flauschig, das geht einfach nicht. Dann fehlten Urlaubsbedingt Langzeit-Kapitän von Selve sowie Abwehrchef Vogler, auch die ungewohnte Anspielzeit oder der Mondstand sind veritable Ausreden. Demütig wie eh und je akzeptiert der SFC die Niederlage aber ohne Murren und findet die Fehler in der eigenen Effizienz. Was aber war passiert? Die Salzhäusligen verlieren ein Meisterschaftsspiel?

Der Start gelang nach Mass, innert 7 Minuten führten die Gäste bereits 2:0. Raphael Specker hatte zweimal abgezogen und zweimal verwandelt. An der Aussenlinie explodierten die Emotionen und man wähnte sich bereits an den Aufstiegsspielen. Es folgten zahlreiche Chancen, man war deutlich überlegen und es ist wohl selbst für die zurückhaltende Gilde der besten schönen Spieler der Welt nicht übertrieben zu sagen, dass das Spiel innert der ersten 30 Minuten hätte entschieden werden müssen. Es kam aber anders, vor Schluss des ersten Abschnitts fand Steinacker allmählich ins Spiel, die hohe Mittelfeldüberlegenheit schwand und es war nicht sonderlich überraschend, dass kurz vor der Pause der Anschlusstreffer fiel. Ein Steilpass reichte um die gesamte Abwehr stehen zu lassen. Das tat weh.

Nach der Pause ging das Spiel weiter wie bisher – nur mit noch mehr Zuschauern. Mattenbach war auf den Beinen. Der Salzhaus F.C. stürmte an und kreierte Chancen im Minutentakt. Die vielen Wechsel zur Pause zeigten aber auch in der Stabilität ihre Wirkung, man musste sich erst finden. Diese Tatsache nutzten die Gäste knallhart aus und glichen nach einem kleinen Missverständnis plötzlich aus. Der bisher makellos agierende Janic war machtlos. Unsicherheit machte sich breit, ja gar Gevatter Ratlosigkeit nahm Platz und hemmte die Offensivwelle des Salzhaus F.C. sichtbar. Die Chancen eröffneten sich nur noch im Zweiminutentakt. Und dann kam der Hammer, eine unbequeme Wahrheit quasi: Die Gastgeber kehrten das 0:2 15 Minuten vor Schluss zum 3:2. Jetzt war Zunder in der Partie, Kopfbälle, Lattenschüsse, Eckbälle und Steilpässe sorgten für Wirbel. Doch selbst der zwischenzeitige, verletzungsbedingte Ausfall des einzigen Stürmers der Steinäckeler brachte nichts ein. Das Salzhaus war ausgekontert und nicht mehr in der Lage zu reagieren. Zumindest nicht mit Treffern, schönheitstechnisch gelang es natürlich dennoch sich vorne zu platzieren und DAS IST ES DOCH WAS ZÄHLT!

Als kleiner Trost bleibt die Ungeschlagenheit zuhause und im Cup. Am kommenden Dienstag geht es bereits weiter, Reinau ruft und der SFC wird dem Ruf folgen, so die Pakistanische Textilgewerkschaft will dann endlich in unseren eigenen Trikots, man bedenke: Auch damit sind wir derzeit noch ungeschlagen. Vielleicht gibts dann auch wieder einen Einwurf, zumindest auf der einen Seite, der nicht abgepfiffen wird. Schauen wir doch von Spiel zu Spiel.