Kalchrain nimmt Mass

Nashorn vor dem Gebäude des MZ Kalchrain

Ein Rhino auf Abwegen

Die freundschaftliche Begegnung mit den Jungs vom Massnahmenzentrum Kalchrain war für viele der Beteiligten eine ganz besondere Partie. An schönster Lage oberhalb Frauenfelds befindet sich der Platz, den der Gastgeber netterweise zur Verfügung stellte. Die Institution hat die Resozialisierung und Wiedereingliederung Jugendlicher und junger Erwachsener zum Auftrag. Es dürfte nicht immer ganz einfach sein für die Jungs Gegner für Matches zu finden. Der Salzhaus F.C. freut sich daher umso mehr, dass es nach zwei Verschiebungen nun doch noch geklappt hat mit der Begegnung. Wobei sich schnell zeigen sollte, dass ein „Gegner“ zu sein nicht wirklich gewährleistet ist, bloss weil man auf dem Rasen steht.

Nie zuvor in der Geschichte des ruhmreichen SFC war das Team auf der anderen Seite mit so viel Talent gesegnet. Fakt. Die individuelle Klasse in den Reihen des Gastgebers war unübersehbar und der Wille an diesem Tag etwas zu erreichen wehte den Nashörnern unmittelbar nach dem Anpfiff um die Ohren. Da kam Druckvoller, kreativer Fussball. Die Stärke der Winterthurer lag in der Eingespieltheit und wohl auch einer gewissen Abgeklärtheit. Zumindest hätte das so sein sollen. in den ersten 30 Minuten spürte man aber kaum was davon. Lauffaul und träge, vielleicht gar etwas verunsichert agierte man auf praktisch allen Positionen. Sollte der Kurztrip in den Thurgau etwa in einem Desaster enden? Nicht einmal die ersten, satt abgegebenen Schüsse auf Ersatzmann Laby vermochten den schlafenden Unpaarhufer wachzurütteln. Scheinbar emotionslos nahm man dann den ersten Treffer hin. Ungleich freudiger wurde dieser natürlich von der Gegenseite gefeiert.

Man versuchte krampfhaft ins Spiel zu kommen, erst in der zweiten Hälfte und mit nun bereits zwei Zählern im Rückstand gelang das auch. Nach der Umstellung auf kurze Pässe und einer Rochade im Mittelfeld gab es endlich etwas Ruhe im Spiel des Salzhauses. Zum zweiten Mal nach der Partie gegen Flaach war man dazu auserkoren worden mehr fürs Spiel zu machen und die langen Bälle in die Spitzen bleiben zu lassen. Eine ungewohnte Situation, vor allem wenn die andere Mannschaft derart geschickt mit abgefangenen Pässen umzugehen weiss. Zwischenzeitlich erfolgte dieses Abfangen auch etwas ruppig, doch der Schiedsrichter und die Mitspieler beider Seiten waren stets um eine faire und ruhige Atmosphäre bemüht.

Mit einem Schuss aus der Distanz gelang es VonFö schliesslich den Bann zu brechen, er sorgte mit einem klassischen Briefkasten-Tor für den Anschluss. Der Torwart sollte sich dafür noch Stunden später ausgiebig in alle Richtungen entschuldigen. Trotz eines enormen Drucks hielt nun aber die Salzhaus Defensive. Insbesondere der Kastenwart ist zu erwähnen, soviele 1:1 Situationen hat wohl noch kein Eishockey-Torhüter je vereitelt. Klar, seine Abschläge förderten im Gegenzug zeitweise das Mann-gegen-Mann-Training auch ein wenig. Individuelle Fehler scheinen dieser Tage aber das neue Schwarz zu sein.

Marko nahm dann einen geschickten Pass in die Tiefe von Raphi mit und umdribbelte mit dem Kunstleder den geschlagenen Keeper. Er netzte zum 2:2 Ausgleich ein. Ein Unentschieden, dass, ohne Vereinsbrille, in jedem Fall als Sieg gewertet werden muss. Die Effizienz, dein Freund und Helfer. Mit der eigenen Performance kann man aber für einmal wirklich nicht so ganz glücklich sein. Da geht mehr und wir würden uns sehr über eine Wiederholung des geglückten Events freuen. Nur schon die Faustbrote und das Gesellige nach Spielschluss wären die Strapazen erneut Wert. Aber die Tatsache, dass man es versiffte ein gemeinsames Gruppenfoto zu schiessen ist definitiv der Hauptgrund.

(Falls weitere Teams Interesse an einem Kräftemessen haben sollten können wir das bestimmt vermitteln.)