Rhino und Poli

Fanutensil Salzuahs F.C.

Doppelhalter halten doppelt

Als der Mannschaftsbus in den Strauchrabatten vor dem Axa-Tempel in Wallrüti zu stehen kam, hatte die örtliche Polizei das Gelände bereits besetzt. Fehlendes Einlaufen ist bekanntlich kein Problem, Nashörner laufen selbst bei diesem feuchten Wetter nicht ein, sie trampeln nieder. Gerade als Schiedsrichter Gjukaj zu Tisch bitten wollte, erklang das engelsgleiche Ächzen eines brandschatzenden Fanmarschs. Selbst ein zugezogenes Tor konnte diese wilde Horde nur kurz von den Sitzplätzen am Spielfeldrand fernhalten. Sowohl dieses Heer der Kasper als auch die beiden willigen Teams auf dem Platz hielten vorerst aber einen Moment inne. Demi, unsere Gedanken sind bei dir, deiner Familie und den dich liebenden Menschen, denen wir als Salzhaus F.C., Mitarbeiter und Freunde unser tiefst empfundenes Beileid aussprechen. Viel Kraft in dieser schweren Zeit!

Der Anpfiff erfolgte und die Nashörner schickten sich an drei weitere Punkte auf dem Weg zum nächsten Pokal zu erkämpfen. Vorerst schickte aber eigentlich nur der Tank und zwar seinen kurdischen türkischen Mitspieler in die Teilinvalidität. Eine satte Tomate am Oberschenkel führte zu einem ersten Wechsel nach nur 20 Sekunden, gute Bessung ins Frjaul Conte, mögen deine gerissenen Fasern schnell zu einer Einigung finden. Die so schon umgebaute(n) Elf mussten sich also bereits wieder neuorganisieren. Wie es schien ist geistige Flexibilität aber eher eine Stärke des Heimteams als des Revierklubs, die Startminuten gehörten eindeutig dem SFC. Die StaPo wurde in der eigenen Hälfte regelrecht eingeschnürt. Kaum ein Ball fand den Weg über die Mittellinie und wenn doch katapultierte ihn der Hühnen-Verbund um Hösli umgehend zurück. Der Freund und Helfer schien ratlos, einzig Standards, Dienst nach Vorschrift quasi, um auch diese Plattitüde noch bedient zu haben, sorgten für unmittelbare Gefahr vor dem Nashornkäfig.

Ein glänzendes Zuspiel aus der Aussenbahn sorgte dann nach 8 Minuten wenig überraschend für die 1:0 Führung. Von Selve bediente Von Selve worauf jener (Von Selve) derart auf das Leder eindrosch, dass es nicht einmal mehr dem Netz, geschweige denn dem gegnerischen Keeper eine faire Chance liess. Mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung bejubelte Nabuccos Gefangenenchor am Spielfeldrand die verdiente Führung aber frenetisch. Quasi im Gegenstoss fanden jetzt aber auch die Herren vom Dienst ihr Korn. Ein Apraller, in Folge eines Eckballs, fand den Fuss des Gesetzes an der Strafraumgrenze. Hotzenplotz verwandelte mit einer sehenswerten Direktabnahme in der 15. Huawei, Hyundai und Hawaii – aller guten Dinge sind drei dachte sich Cyrill und brachte Das Salzhaus noch vor Ablauf der ersten 20 Minuten wieder in Front. Um es ähnlich spannend zu machen wie die Reporter beim Schweizer Bildungsfernsehen und jeder Wiederholung den Reiz zu nehmen: Dabei blieb es dann auch. Der SFC drückte weiter, dominierte die erste Spielzeit klar, hatte aber auch Glück bei einem Sonntagsschuss ans eigene Gehäuse unmittelbar vor dem Pausentee.

Nach der Pause freilich wendete sich das Blatt. Mit der Kondition des erfahrenen Töffli-Jägers drückte nun die StaPo auf den Ausgleich. Tempo und Kurzpassspiel schienen erfolgversprechendere Wege zu Punkten zu sein für die Staatsgewalt. Mal um Mal brandeten die Angriffe aber am Wanst des Nashorns, grossartig gespielt vom neuformierten Duo Vogler/Specker. Dieser Speckvogel ersetzte den Bergvogel, trotz schmerzhaften Schlägen auf die Bullenklöten, äusserst gewissenhaft und liess kaum Schüsse zu. Gelang doch einmal ein Ball auf die schiefe Bahn war Janic zur Stelle und bereit, es war streckenweise wie Fussball was da gezeigt wurde.

Zum Schluss liess die Kraft an allen Ecken und Enden nach und das, alles in allem, verdiente 2:1 blieb bestehen. Der Salzhaus F.C. grüsst zur Hälfte der Spielzeit vom dritten Platz, das ist viel Besser als jetzt zum Beispiel Letzter zu sein. Als nächstes folgt am Samstag der Petzi-Cup in Yverdon und das Freiluft-Töggeliturnier an der Sommerbar.