Rückblickend war das doch ganz nett.

Salzhaus F.C. Abschlussreisli Gruppenbild bei Tisch

Das Auslaufen ist genauso Bestandteil des Spiels wie z.B. die Kleiderstrasse.

Es ging eigentlich nie um den Erfolg. Ok, vielleicht ist es präziser oder auch ehrlicher zu sagen: Es ging eigentlich nie um den sportlichen Erfolg. Als aber klar wurde wie sexy Leistung wirkt, wollte dann auch niemand so sein und der Verein akzeptierte unter wohlwissendem Nicken Triumpf um Triumpf.

Wie bei der uns allen eigenen Schönheit gibt es aber auch beim Erfolg Abstufungen im Wirkungsgrad. Klar, es ist durchaus als angenehm zu bezeichnen wenn man als einziges Team den dauertrainierenden Aufsteiger schon im ersten Spiel zu schlagen vermag. Niemand ist wirklich böse, wenn Flaach den Cup schon in der ersten Runde verlässt und auch in der Folge eher Erfolglos anrennt gegen das Salzhaus und die seinen/ihren. Selbst ein Aufstieg gegen die Seemer Kickers, im ultimativ spannenden Saisonfinale, vermag gelegentliche Verzückung in den Mundwinkel zu sabbern.

Rein äusserlich sind es die Trikots die schön sind, nun dem ist ja auch so. Aber wirklich schön ist es doch, wenn jedes Spiel stattfinden kann weil das Volk neben Brot halt einfach auch in Spiele beissen will? Wenn mehrheitlich auch an spielfreien Spieleabenden jemand da ist, der einem durch kalte, unwirtliche Hallen geleitet, ist das doch so in etwa was der Pöbel verleben will, wenn er bei der Gründung von etwas ganz Grossem mitwirkt? Oder liege ich etwa falsch, wenn ich die Reise nach Jerusalem (im Breisgau) als etwas vom Schönsten bezeichne was die Deutsche Bahn und der Urknall jemals gemeinsam schufen? Es isch gwüss nöd Ziit zum Zwiefle!

Wie schon der Saisonstart begann auch die Reise ins gelobte Land: Unvermittelt früh und mit der Suche nach dem richtigen Platz. Statt Aufstieg zum Schluss gabs zwar Umstieg irgendwo mitten drin, doch auch dieser überforderte einige Exponenten nach Strich und Faden. Ich verzichte jetzt darauf Strassenbahn-Ausfälle mit vergessenen Kleidungsstücken und verspätete Nachtessen mit verspäteten Trikots gleichzusetzen, das würde der grundsätzlichen Zufriedenheit nicht gerecht werden. Was man aber durchaus wieder in Relation setzen darf, sind der erfolgreiche kulinarische und sportliche Auftakt oder die teilweise etwas orientierungslosen Streifzüge durch Stadt und Strafraum. Berührungsängste hatten weder in Spiel noch Bäckerei Platz und wenn niemand für Geld sänge müsste man auch keine Mitgliederbeiträge erheben.

Gewisse verletzungsbedingte Ausfälle während der Saison wurden im Schwabenland mit verfrühten Abgängen oder morgendlicher Übelkeit kompensiert. Ausserdem gab es sowohl im Spiel als auch in der Stadt der Liebe einigermassen überraschende personelle Neuzugänge. Schlussendlich aber gab es vor allem eines: Allenthalben Happy-Ends – und wenn es nur die Gewissheit ist, dass das nächste Tannzäpfle bestimmt bald angepfiffen worden sein wird.