Sieg am Grümpi in Elgg

Genau, nämlich in Spiel drei gegen die mit den blauen Schörts, nach einem Rückstand innert 13 Sekunden. Wobei der Goalie zu dem Zeitpunk  noch keine Schuhe auf den Händen trug und Gegi noch im Irrglauben weilte der Schlussmann täte mit einem der unsrigen parlieren. Goldkettchen gehören nicht auf den Platz, TVs sollte man immer leiser stellen können und Spareribs schmecken in zugeparkten Autos am besten. Soviel dazu. Sonst war nichts relevantes auszumachen.

Erfolg ist keine Schande

Salzhaus F.C. blauer FleckDie Vöglein zwitscherten es schon lange von den Bäumen: Der phänomenale Salzhaus F.C. startete am vergangenen Montag in seinen ersten Meisterschafts-Ernstkampf seit es Schokolade gibt.

Was wir am Schweizer Fernsehen so mögen ist doch die Tatsache, dass es in allen Spielberichten das Resultat vorweg nimmt. Der Sprecher kann jeweils schon bei der Angriffsauslösung nicht anders, als durch Tonalität oder Wortwahl bereits zu verraten ob sich da was ergibt oder nicht. In diesem unseren, salzhäusischen Rahmen gebart es sich allerdings etwas anders. Dass der SFC das erste Spiel gewinnen würde war sowieso und in jedem Fall schon vor dem Anpfiff klar. Ernste Zweifel kamen allenfalls bei der Frage auf, ob es alle Spieler rechtzeitig zum Spiel schaffen würden (nein) und ob der Tee kalt oder heiss sein würde (lau). Ganz depressive Kameraden sorgten sich allenfalls um die Höhe des Sieges, als sich Torhüter Janic beim Einlaufen den Rücken und das Handgelenk brach. Am Sieg aber hatte niemand zu zweifeln. Halbgötter in Orange, Halbgötter mit dem Wissen dass nur Erfolg sexy macht.

Der unbarmherzige Salzhaus F.C. startete wie die Feuerwehr. Quasi mit dem ersten Angriffsversuch gelang Marko auf Pass von sich selber das 1:0. Was für den Laien wie eine kurios, zu steil gespielte Vorlage anmuten musste, war in Tat und Wahrheit die geschickt eingefädelte Täuschung der gesamten Abwehr. Frühe Tore scheinen unser Ding zu sein, das machen wir am besten auch nächstes Mal so.

In der Folge gelang es den Gästen aus Winterthur den Gastgeber aus Winterthur in Elgg mehrheitlich im Griff zu behalten. Chancen waren beidseitig eher Mangelware, doch gegen Ende des ersten Spielabschnitts war es eindeutig der Salzhaus F.C. der für Musik sorgte. Olympique wurde praktisch nur in Standardsituationen gefährlich, hier zeigte sich die eindrückliche Eingespieltheit des Gastgebers allerdings am deutlichsten. Die Abwehr stand aber bombenfest, zu viel mehr als zwei Schüssen aufs Tor kam es nicht. Nachsetzen in jeder Situation schien ein eigener Trainingsblock der Olympioniken gewesen zu sein. Die Highlights der ersten Hälfte findet ihr (vermutlich) im Internet und in jeder guten Zoohandlung, sicher aber ist Georg der Unermüdliche zu erwähnen. Der Valderama-Azubi alleine war die Anreise schon wert. Natürlich rackerten sich auch die anderen 13 Pappnasen heftig ab, da der Schreiberling aber nur von Gegi einen Pass bekommen hatte erwähnt er jetzt halt auch nur ihn namentlich, bää.

In der Pause gab es nichts zu besprechen, es genügte sich gegenseitig der jeweiligen Schönheit zu versichern. Der Tee war übrigens erfrischend und sehr lecker, herzlichen Dank an dieser Stelle an den Braumeister!

Anpfiff Tor. Nein, wir gehen nicht mit Jesus Sutter die erste Hälfte noch einmal durch, der SFC startete schlicht und ergreifend wieder mit Rasen-Erotik vom Feinsten. Von Selve Fabians Corner passierte die Beine des täuschend ungeschickt verpassenden Gentsch, verwirrten den verwirrten Häne über alle Massen und schlug schlussendlich aus dem Gewühl das sich Georg selber gebacken hatte in den Maschen ein. Fix Bam Oida, so wird das gemacht. In der Folge stellte sich ein tiefes Grinsen in den Gesichtern der Gesalzenen ein. Mit einem 2:0 im Rücken lässt es sich leben. Tatsächlich gelang es nun aller technischen und konditionellen Mängel zum Trotz das Spielgeschehen mehr und mehr in die Gegnerische Hälfte zu verlagern. Wenn denn mal ein Ball kam war Kopfballmonster Specker dafür besorgt, dass der Schuss nicht mehr als ein munteres Wand-Ab des Gegners wurde, köpfelte er nicht direkt zurück in den gegnerischen Strafraum trug Hösli den Sack halt von Hand über die Linie. Es war zum Finger lecken. Allerdings… Auch der Gegner stand gut und souverän und nach einem schön vorgetragenen Konter gelang einem Verteidiger der nicht unverdiente Anschlusstreffer.

Nun warfen die Gastgeber alles nach vorne, der SFC drohte im eigenen Strafraum zu ersticken, Bälle wurden nur noch gen Himmel geschlagen und Linienrichter Simon hob sich Krämpfe in den Armen. Es sah wohl eher nach Kicki-Kacka denn Ticki-Tacka aus, doch war es nicht auch in der Champions League das Verteidigende Team, welches als erstes das Finalticket gelöst hatte? Klar, Olympique Barçelona war wohl an Spielanteilen überlegen in dieser heissen Schlussphase, aber ohne Torschüsse gibt’s nun einmal nur durch Wunder Tore. Alle Wechsel dieser Welt (ja, wirklich alle Wechsel dieser Welt!) brachten dem Gastgeber am Ende nichts mehr Zählbares. Der unvergleichliche Salzhaus F.C. schaukelte das Ding nach Hause, Schlussstand 1:2.

Der SFC ist damit ungeschlagener Leader der Gruppe zwei und verfügt als solcher auch über das beste Torverhältnis der Liga. Das kann sich doch sehen lassen. Ungeschlagen geht es also am kommenden Montag, dem 7. gegen Deportivo Flaach, das ist Spanisch und heisst soviel wie „uns reicht eine Runde im Cup.“