Wir sind Tore

 

Das Establishment sieht Erbrechen nach einem anstrengenden Wochenende nicht gerne. Umso erstaunlicher war es, dass die Jungs von Meteo kurz vor Anpfiff noch den ganzen Mageninhalt des Himmels auf Winterthur nieder rasseln liessen. Doch selbst Hagelkörner gross wie Kleinwagen konnten die wackeren Mannen des Salzhaus F.C. nicht von einer pünktlichen Besammlung abhalten. Die Mattenbacher Schulhaus-Wiese wurde kurzfristig erwählt, nachdem der Tössemer Reitplatz nicht mehr in der Lage war den Zuschaueraufmarsch und die Wasserfälle zu schlucken.

Pünktlich um 16:00 pfiff Schiedsrichter Ruckstuhl die Partie an. Mit zwei Ersatzspielern angetreten war es nicht nötig irgendwelche Kräfte zu schonen, der SFC machte umgehend Dampf. Nach einer mustergültigen Angriffsauslösung über die Mitte folgte der passgenaue Pass passgenau auf den Flügel. Von dort schlenzte FvS den Ball nach nur 7:31 aus unmöglichem Winkel und gut 2km Distanz ins Tor. Der Jubel kannte kaum Grenzen, selbst der Gegner konnte sich dem überaus fairen Jubelgepose kaum entziehen. Schiedsrichter Herbert dagegen blieb sachlich sauber.

Die Tore blieben in der Familie, denn nur wenige Minuten darauf (9. Spielminute) wuchtete Marko das Ovale ins Eckige, 2:0 und bei den meisten schmerzten noch nicht einmal die Waden. In der Folge begann die saubere Aufbauarbeit allerdings etwas zu leiden bei den Salzigen, es taten sich Abgründe tektonischen Ausmasses auf und der Gegner kam immer besser ins Spiel. Der Anschlusstreffer war die logische Folge. Eine sehenswerte Kombination gelang dem Herausforderer, während sich Mittelfeld und Sturm des SFC im gegnerischen Strafraum noch gegenseitig die Schuhe banden. Ausgleich und gar Führung für Fenaco waren ebenfalls wenig überraschend, zu wenig verbissen und übereifrig agierte der Salzhaus F.C. mittlerweile, nur Steph war weiterhin ein guter. Jetzt wurde gar die Demontage gefordert von der Informatik-Abteilung der Landi. Vorher griff Herbert aber auf Nachfrage zum Pfiff, er hatte 45 Minuten alles im Griff bei diesem fairen Zweikampf – ausser eben der Spielzeit.

Wie schon während der ganzen Partie wurde auch in und um die Pause munter gewechselt, dieses Mal schaffte es die versammelte Kapitäns-Genossenschaft aber offensichtlich auch wirkliche Verbesserungen vorzunehmen. Gentsch und Ruckstuhl nahmen sodann eine kurze Auszeit. Mit etwas mehr Feingefühl im Mittelfeld startete der SFC wieder besser als sein Gegner: Marko (es von Selvelte weiter) glich praktisch mit dem ersten ernsthaft vorgetragenen Angriff aus. Cyrill „The Tank“ Vollenweider nahm sich ein Beispiel und entschied sich nun ebenfalls einmal einen seiner Angriffe mit Erfolg zu krönen, sein 4:3 sorgte für Emotionen bis ännet der Schrebergärten. Leider war Janic kurz darauf von der Schnur seiner Trainerhose derart abgelenkt, dass bereits mit dem ersten Gegenstoss, nach dem Anspiel, wieder unentschiedene Verhältnisse herrschten. Das 4:4 bedeutete für Einige, dass sie an die Grenzen ihrer Zähl-Fähigkeiten gelangt waren, sie liessen sich auswechseln um den Abakus zu bemühen. Von diesem Rückschlag lassen sich gestandene Hallen-Tschutter aber nicht unterkriegen, viel Moral und Spielfreude liessen Marko erneut fliegen und treffen, wieder führte der SFC.

Es vergeht mir langsam die Lust, auch jetzt konnte Fenaco noch einmal reagieren, schon zeigte kein Totomat das 5:5. Der Ball aber kannte den Weg zum Tor allmählich und sicherte sich mit einer schönen Einzelleistung den 6. Treffer gleich selber. Er flipperte sich irgendwie ins Gehäuse der Neo-Gastgeber. Jetzt war die Landi-Belegschaft geschlagen. Bombensicher stand der SFC auf der Grundlinie und spielte die restliche Spielzeit routiniert herunter. Zum krönenden Abschluss bemühte man nach der Moral (Achtung, Schenkelklopfer) noch den Morell, die Seuzacher Leihgabe trug sich ebenfalls in die Torschützenliste ein.

Eine faire und spannende Partie endete so mit 7:5. Eine Fussballstadt wie Zürich, nur torpotenter.
(Der Abschliessende Dank geht an den Mann mit Schlüssel, Umziehen rockt!)

One thought on “Wir sind Tore

  1. Schournalistische glanzleistung wie sie nur einer kann.

Comments are closed.