Zu gut für die eigenen Ansprüche

Rhino Rise Salzhaus F.C. Aufstieg

Niemand hatte das so gewollt und doch war der Aufstieg plötzlich Tatsache. Gerührt wischten sich die Mannen und Frau des sagenhaft siegreichen super Salzhaus F.C. die Tränen der Enttäuschung aus dem Gesicht und rissen die Faust im Sack in die Höhe. Fröhlich fluchend schluckte das Team die Enttäuschung über den verpassten Ligaerhalt hinunter und liess die Korken knallen. In der ersten Saison bereits wird also der Aufstieg Tatsache für den SFC. Die Gegner kommen ab sofort nicht mehr aus Reinau und Flaach sondern aus Seuzach und dem Stadtgefängnis-Wachtlokal.

Der Himmel schickte arg finstere Vorboten ins Land für dieses kapitale Spiel auf dem Mattenbacher-Acker. So schwarz, wie schwarze Wolken überhaupt nur schwarz sein können waren die schwarzen Wolken und das Licht schmollte verdrossen in einer beliebigen Ecke, die jetzt hier nicht hingehört. Zur grossen Überraschung aller hielt die Trockenheit aber das ganze Spiel über an. Nur während der Umzieherei gab der Himmel einige wenige Tropfen preis – gerade genug um die Velosättel zu befeuchten.

Einem locker lässigen Einlaufen (unterbrochen nur durch gewisse Gehässigkeiten von Seiten eines einzelnen Gegenspielers) folgte ein knorziger Spielauftakt. der SFC wollte eigentlich den Gegner kommen lassen. Es wirkte in der Anfangsphase aber fast so, als wolle das dieser selber überhaupt nicht. Es gab wohl einige schöne Spielzüge der Seemer zu sehen, doch in der Regel blieb der Ball bereits kurz nach der Mittellinie hängen. Die Nashörner begannen darauf ihrerseits etwas mehr Raum für sich zu beanspruchen. Dank der gewohnten und besonders von Flaach verhassten, „Kick and Tank“-Strategie gelangten immer wieder feine Nadelstiche in die Fusssohlen der Kickers. Zwar bereitete das äusserst bewegliche Mittelfeld des Favoriten der Salzhäusigen Schaltzentrale wiederholt Kopfzerbrechen, doch spätestens in den engen Maschen der SloMo-Verteidigung erstickte auch das fröhlichste Quieken im Keim.

Nach einem Lauf über Fö legte der Panzer der Nation den Ball zurück auf Marko. Begleitet von einem erschreckten „da staht no eineeeeeee…“ schob dieser das Kunstleder locker lässig in die gegnerische Umrandung. Zur Mitte der ersten Hälfte stand damit, nicht unverdient, 1:0. Leider sorgte dann ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum für den umgehenden Ausgleich. Der Angriff wurde mustergültig vorgetragen, der Oberklassige schien mit einem mal sein Spiel gefunden zu haben. Jetzt drückte der Vorort-Verein aufs Gas. Trotz des wiedererwachten Kampfgeistes der Oberklassigen stand es zur Pause aber weiter 1:1. Da der erwartete Regen weiterhin auf sich warten liess, blieben die Jungs und das Mädel des SFC die Schönsten weit und breit.

Halbgötter in grau waren es, die den zweiten Teil der Barrage in Angriff nahmen. Mit dem Herz in der Hand und frischem Eistee im Bauch liess man sich nun nicht mehr so einfach in die eigene Hälfte zurückdrängen. Der Gegner war wohl mehrheitlich in Ballbesitz, doch die Chancen hielten sich in etwa die Waage. Die Unsrigen (in der Folge auch die Guten genannt) blieben mit raschen Gegenstössen stets gefährlich, während die Anderen (das Böse) oft durch kluges Kombinationsspiel zu Flanken kamen. Eine Standardsituation sorgte schliesslich für die erneute Führung der Salzigen: Wunderbar und filigran eingeworfen vom wieselflinken linken Flügel kam der Ball vor Contes Zauberschuhen zu liegen. Bello e impossibile kegelte die Verstärkung aus dem warmen Süden (ja Elgg ist südlich von Winti, Schweizer Geografie, kännsch?) das Ei via Verteidiger-Rücken in die Maschen. Diesem Rückstand sollten die Oberklassigen noch eine ganze Weile nachrennen müssen. Viele Schwalben, Fouls und aufmunternde Zurufe später war dann noch einmal die ganze Klasse von Janic im Tor des Heimteams notwendig um die Führung zu halten. Da köpfelte doch wirklich einer aus nächster Nähe in weiteste Fernen. Zum Glück ist der Salzhaus Keeper – Rückenbruch sei Dank – so flexibel und dehnbar. Mit dem Schlusspiff allerdings kullerte der Drecksball dann doch noch in die Maschen des Heimteams. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, doch das spielt dauerte wirklich exakt bis 2:2. Im Prinzip hätte man damit ja zufrieden sein können. Wer will schon ernsthaft aufsteigen? Gevatter Schiri aber zeigte unbarmherzig auf den Penaltypunkt.

Nach langen Diskussionen entschied man sich für die Seite zu den nicht umgezonten Pünten. Der Start harzte, Katze Köpke hielt den ersten Schuss schon fast fest, als das Rund doch noch unter den gebrochenen Rippen hindurch über die Linie rutschte. Die Guten gerieten in Rücklage. Es folgten kleine, grosse, dicke dünne und wenige farblose Penalties, ehe der Kopfballgott persönlich mit dem letzten der obligatorischen Versuche den Aufstieg sicherstellte. Die Freude ist war und wird immer überschwänglich gewesen sein. Wir sind nämlich schön genug für die Eliteliga, so siehts aus.